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	Dipl.-Ing. Eckhard M. Grübbel
	Architektur, Innenarchitektur, Design
Staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz · Sicherheits- und Gesundheitskoordinator
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SACHVERSTÄNDIGER FÜR WÄRMESCHUTZ

WINTERLICHER WÄRMESCHUTZ

Je besser der Wärmeschutz eines Gebäudes, desto geringer sind seine Energieverluste über die Wände, Fenster und Decken bzw. Dach. Maß für den Wärmeschutz des gesamten Gebäudes ist die wärmetechnische Qualität aller Bauteile der wärmeübertragenden Hüllfläche (Gebäudehülle). Es werden vier Qualitätsstufen des baulichen Wärmeschutzes unterschieden:

  • Mindestwärmeschutz (nach DIN 4108 Teil 2)
  • energiesparender Wärmeschutz nach Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • hoher Wärmeschutz (z.B. KfW-60 Standard)
  • sehr hoher Wärmeschutz (KfW-40 Standard oder Passivhaus)

Die Energieeinsparverordnung ist eine öffentlich-rechtliche Vorschrift, und damit grundsätzlich bindend. Sie begrenzt den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf sowie den Transmissionswärmebedarf und stellt damit indirekt auch Anforderungen an die Wärmedämmung eines Gebäudes.

Der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 Teil 2 verhindert Bauschäden durch Tauwasser und gewährleistet hygienische Wohnverhältnisse, wenn zweckmäßig geheizt und gelüftet wird. Diese Norm ist grundsätzlich zu beachten.

Nach den Förderrichtlinien der KfW-Förderbank ist der Standard eines KfW-40/60-Hauses erreicht, wenn der Primärenergiebedarf nachweislich nicht mehr als 40/60 kWh pro m² Nutzfläche und Jahr beträgt.

Den besten zur Zeit „serienmäßig“ gebauten Wärmeschutz weisen sogenannte Passivhäuser auf. Zahlreiche Erfahrungsberichte belegen den Erfolg dieses Konzeptes.

Je besser der Wärmeschutz ist, umso höher kann der prozentuale Einfluss verbleibender Wärmebrücken auf den Wärmeverlust sein. Wärmebrücken sind wärmeschutztechnische Schwachstellen an Anschlüssen, z.B. Wand- und Deckeneinbindungen, Deckenauflagern, Fenster- und Türlaibungen und -stürzen sowie Rollladenkästen. Außer einem erhöhten Wärmeverlust können Wärmebrücken unter ungünstigen Umständen während der Gebäudenutzung zu Tauwasser- und Schimmelpilzbildung führen.

SOMMERLICHER WÄRMESCHUTZ

Die Sicherstellung der Behaglichkeit in Räumen im Sommer ist Aufgabe des sommerlichen Wärmeschutzes. Besonders wichtig ist das Schlafen bei angenehmen Temperaturen zur Gewährleistung der nächtlichen Erholung.

In der Vergangenheit war häufig nur die Notwendigkeit der Einhaltung des winterlichen Wärmeschutzes im Bewusstsein der Planer und Bauherren, der sommerliche Wärmeschutz dagegen wurde oft vernachlässigt. Für alle Räume bzw. Fassaden, die der Sonne zugewandte Orientierungen aufweisen, also Ost, Süd und West, sind ab einem gewissen Fensterflächenanteil Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz („Sonnenschutz“) sinnvoll bzw. erforderlich.

Grundsätzlich gilt das Prinzip, in der warmen Jahreszeit Wärmeeintrag in das Gebäude zu vermeiden. Am wirksamsten sind außen liegende Sonnenschutzvorrichtungen wie Rollläden, Klappläden, Jalousien. Aber auch Vordächer sind ein wirksamer Sonnenschutz, insbesondere wenn sie so dimensioniert sind, dass die Fenster im Sommerhalbjahr bei hoch stehender Sonne verschattet sind, aber im Winter direktes Sonnenlicht erhalten, um die passiven Wärmegewinne nutzen zu können.

  Außenjalousieanlage mit E-Motor
Beispiel für Sonnenschutz vor allem an Fenstern mit Süd-West- Ausrichtung. Außenjalousieanlagen/Außenraffstore komfortabel mit E-Motor.


Allerdings kann auch der Nutzer durch ein geeignetes Verhalten zur Vermeidung von Überhitzungen beitragen: Am besten ist es, die Strahlung gar nicht erst in die betreffenden Räume hineinzulassen. Das bedeutet, Sonnenschutzvorrichtungen sind zu betätigen, sobald die Fenster direkt besonnt werden, und nicht erst, wenn es zu warm wird. Außerdem sollten in der zweiten Nachthälfte, also dann, wenn die Außentemperaturen das Tagesminimum erreichen, die Fenster geöffnet sein (u. U. „sperrangelweit“). „Durchzug“, das Öffnen von Fenstern gegenüberliegender Fassadenseiten, hat dabei die größte Wirkung, um auch die in den massiven Bauteilen gespeicherte Wärme abzuführen. Am Tage sollten, insbesondere wenn die Außentemperaturen höher als die Raumtemperaturen sind, die Fenster geschlossen gehalten werden.

Die Bauart eines Gebäudes hat unmittelbare Auswirkung auf die Fähigkeit von Bauteilen, Wärme zu speichern und abzugeben. Gebäude bzw. Bauteile schwerer Bauart (z.B. aus Stahlbeton) können viel, Gebäude leichter Bauart (z.B. Holzständerbauweise) wenig Wärme speichern.

Die Speicherfähigkeit ist auch bei Decken und Fußböden vorhanden und wird aber durch abgehängte Decken oder aufgeständerte Fußböden vermindert. Die Bauart allein sagt allerdings nichts über die zu erwartenden klimatischen Verhältnisse und damit die Behaglichkeit aus. Der Mensch fühlt sich behaglich, wenn seine Hauttemperatur zwischen 33°C und 37°C liegt. Maßgebliche und messbare Einflussfaktoren sind demnach die Höhe und räumliche Verteilung der Raumklimaparameter: Raumluft- und Umschließungsflächen-Temperaturen, der Luftbewegung in Körpernähe sowie der Raumluftfeuchtigkeit.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei Beachtung einfacher Grundregeln, wie beispielsweise der Wahl einer sinnvollen Gebäudeausrichtung (geschickte Anordnung und Festlegung der Größe der Fenster), Verschattung (besser die Fenster außen anstatt innen verschatten) und Wahl der Bauart, in der Regel ein behagliches Raumklima erzeugt werden kann. Bei einer rechtzeitigen Berücksichtigung der Belange des sommerlichen Wärmeschutzes in einem frühen Planungsstadium können somit zusätzliche Kosten für den (nachträglichen) Einbau von Sonnenschutzvorrichtungen oder sogar Kühlanlagen vermieden werden.


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